LF06

Klassisches Projektmanagement (Wasserfall)#

Im Gegensatz zu agilen Methoden plant das klassische (plangetriebene) Projektmanagement ein Projekt vollständig im Voraus und arbeitet die Phasen sequentiell ab.


Das Wasserfallmodell#

flowchart TD
  A[Anforderungsanalyse] --> B[Planung/Design]
  B --> C[Umsetzung]
  C --> D[Test]
  D --> E[Abnahme/Einführung]
  E --> F[Wartung]

Jede Phase wird vollständig abgeschlossen, bevor die nächste beginnt — ein Rücksprung in eine vorherige Phase ist im klassischen Modell nicht vorgesehen (im Gegensatz zu iterativen/agilen Modellen).

Merkmale#

MerkmalBeschreibung
Planung im VorausAnforderungen werden zu Beginn vollständig erhoben und fixiert
Sequentieller AblaufPhasen werden nacheinander, nicht parallel/iterativ durchlaufen
Klare MeilensteineJede Phase endet mit einem definierten, abnehmbaren Ergebnis
Umfangreiche DokumentationLasten-/Pflichtenheft, Spezifikationen vor Projektstart

Wasserfall vs. Agil#

KriteriumKlassisch (Wasserfall)Agil (Scrum/Kanban)
AnforderungenZu Beginn fixiertKönnen sich während des Projekts ändern
KundenfeedbackErst am Ende (Abnahme)Fortlaufend, nach jedem Sprint
ÄnderungenAufwendig, da spätere Phasen betroffen sindEingeplant, Teil des Prozesses
EignungKlar definierte, stabile Anforderungen (z. B. Bauprojekte, gesetzlich vorgeschriebene Systeme)Unklare/sich ändernde Anforderungen, Softwareentwicklung
DokumentationUmfangreich, vorabSchlanker, “working software over documentation”

Wasserfall eignet sich, wenn Anforderungen von Anfang an klar und stabil sind (z. B. Behörden-Projekte mit festen gesetzlichen Vorgaben). Bei unsicheren/sich ändernden Anforderungen ist ein agiles Vorgehen geeigneter.

Vor- und Nachteile#

VorteileNachteile
Klare Struktur, gut planbarÄnderungen während des Projekts sind teuer
Feste Kosten-/Zeitschätzung möglichKunde sieht Ergebnis erst spät
Einfache Fortschrittskontrolle (Meilensteine)Fehler in früher Phase werden oft erst spät entdeckt
Gut dokumentiertWenig flexibel bei neuen Erkenntnissen

Prüfungsbeispiele#

„Ein Kunde beauftragt ein Projekt mit gesetzlich exakt vorgeschriebenem Funktionsumfang, der sich während der Laufzeit nicht ändern wird. Welches Vorgehensmodell ist geeignet?"

Klassisches Projektmanagement (Wasserfall) — die Anforderungen sind von Beginn an fix und stabil, ein sequentielles Vorgehen mit klaren Meilensteinen passt gut.

„Was ist der größte Nachteil des Wasserfallmodells bei sich ändernden Anforderungen?"

→ Änderungen in einer bereits abgeschlossenen Phase (z. B. Anforderungsanalyse) sind sehr aufwendig und teuer, da alle nachfolgenden Phasen (Design, Umsetzung, Test) davon betroffen sein können.

„Nennen Sie die klassischen Phasen des Wasserfallmodells."

→ Anforderungsanalyse → Planung/Design → Umsetzung → Test → Abnahme/Einführung → Wartung.


Quiz#

❓ In welcher Reihenfolge laufen die Phasen des Wasserfallmodells ab?
❓ Warum sind Änderungen im Wasserfallmodell besonders aufwendig?
❓ Für welche Art von Projekt eignet sich das klassische (plangetriebene) Projektmanagement besonders gut?

Siehe auch#

Ressourcen#