Organigramm-Typen#

Ein Organigramm stellt die formale Aufbauorganisation eines Unternehmens grafisch dar – Hierarchien, Abteilungen und Weisungsbeziehungen auf einen Blick.

Die drei Grundtypen#

1. Einliniensystem#

Jede Stelle hat genau einen direkten Vorgesetzten. Klare, eindeutige Weisungswege.

        Geschäftsführung
               │
        ┌──────┴──────┐
     Vertrieb      Technik
        │              │
    Mitarbeiter   Mitarbeiter
✅ Vorteile❌ Nachteile
Klare VerantwortungLange Kommunikationswege
Einfache StrukturÜberlastung der Führungskräfte
Kein KompetenzgerangelWenig Spezialisierung

Einsatz: Kleine Unternehmen, Behörden


2. Mehrliniensystem (Funktionssystem)#

Mitarbeiter haben mehrere Vorgesetzte – je nach Fachbereich (z.B. Technikchef UND Vertriebschef geben Anweisungen).

        Geschäftsführung
        ┌──────┴──────┐
    Technikleiter  Vertriebsleiter
        │    ╲     ╱    │
        │     Mitarbeiter
✅ Vorteile❌ Nachteile
Fachkompetenz direkt angebundenMehrfachunterstellung → Konflikte
Spezialisierung möglichUnklare Verantwortlichkeiten

Einsatz: Selten in Reinform, eher historisch


3. Stablinienorganisation#

Erweiterung des Einliniensystems: Stabsstellen beraten die Linie, haben aber keine Weisungsbefugnis.

        Geschäftsführung ─── [Stab: Recht / Controlling]
               │
        ┌──────┴──────┐
     Vertrieb      Technik ─── [Stab: Qualitätssicherung]
        │              │
    Mitarbeiter   Mitarbeiter
✅ Vorteile❌ Nachteile
Klare Linienstruktur bleibtStabsstellen ohne Durchsetzungsmacht
Fachberatung ohne KonflikteKann zu Doppelarbeit führen
Häufig in der PraxisKommunikationsprobleme möglich

Einsatz: Mittlere und große Unternehmen – am häufigsten in der Praxis!


Prüfungsbeispiel#

„Ein Unternehmen hat eine Rechtsabteilung, die alle Abteilungen berät, aber keine Anweisungen geben darf. Welche Organisationsform liegt vor?"

Stablinienorganisation – die Rechtsabteilung ist eine Stabsstelle.

Siehe auch#

Ressourcen#