Wertschöpfungskette nach Porter

Wertschöpfungskette nach Porter#

Das Modell von Michael E. Porter (1985) zeigt, welche Aktivitäten eines Unternehmens Wert schaffen und wo Wettbewerbsvorteile entstehen.

Aufbau#

flowchart TB
    subgraph Unterstützend["Unterstützende Aktivitäten"]
        direction TB
        U1["Unternehmensinfrastruktur<br/>(Finanzen, Planung, Recht)"]
        U2["Personalwirtschaft<br/>(Einstellung, Schulung, Vergütung)"]
        U3["Technologieentwicklung<br/>(F&amp;E, Software, Prozesse)"]
        U4["Beschaffung<br/>(Einkauf von Roh-/Hilfsstoffen)"]
    end
    subgraph Primär["Primäre Aktivitäten → Marge"]
        direction LR
        P1["Eingangslogistik"] --> P2["Operationen<br/>(Produktion)"] --> P3["Ausgangslogistik"] --> P4["Marketing<br/>& Vertrieb"] --> P5["Kundendienst"]
    end
    Unterstützend --> Primär

Primäre Aktivitäten (direkte Wertschöpfung)#

AktivitätBeschreibungIT-Beispiel
EingangslogistikWarenannahme, Lagerung, Transport zu ProduktionHardware-Eingang prüfen, einlagern
OperationenKernleistung erstellen / produzierenPC zusammenbauen und konfigurieren
AusgangslogistikFertiges Produkt lagern und liefernPC verpacken und zum Kunden liefern
Marketing & VertriebKunden finden, Angebote erstellenWerbeaktionen, Angebotserstellung
KundendienstAfter-Sales, Reparatur, SupportHelpdesk, Garantieabwicklung

Unterstützende Aktivitäten (indirekte Wertschöpfung)#

AktivitätBeschreibung
UnternehmensinfrastrukturGeschäftsführung, Buchhaltung, Controlling, Rechtsabteilung
PersonalwirtschaftEinstellung, Schulung, Motivation, Entlohnung
TechnologieentwicklungForschung & Entwicklung, IT-Systeme, Prozessoptimierung
BeschaffungEinkauf aller benötigten Ressourcen (nicht nur Rohstoffe)

Kernaussage#

Jede Aktivität kann eine Quelle von Wettbewerbsvorteilen sein – entweder durch Kostenführerschaft (günstiger als Konkurrenz) oder Differenzierung (einzigartiger Nutzen für Kunden).

Zielsystem-Dreieck

Zielsystem-Dreieck#

Unternehmen verfolgen gleichzeitig drei Kategorien von Zielen, die sich gegenseitig beeinflussen können.

Die drei Zielkategorien#

              Ökonomische Ziele
              (Wirtschaftlichkeit)
                   / \
                  /   \
                 /     \
                /       \
               /_________\
   Ökologische Ziele    Soziale Ziele
   (Umwelt)             (Menschen)
KategorieInhalteBeispiele
ÖkonomischGewinn, Umsatz, Marktanteil, Liquidität, RentabilitätGewinnmaximierung, Kostensenkung, Wachstum
ÖkologischUmweltschutz, Ressourcenschonung, CO₂-ReduktionEnergieeffiziente Geräte, Recycling, Zertifizierungen
SozialMitarbeiterzufriedenheit, faire Löhne, gesellschaftliches EngagementWork-Life-Balance, Ausbildungsplätze, Spenden

Zielbeziehungen#

BeziehungBedeutungBeispiel
KomplementärZiele fördern sich gegenseitigMitarbeiterschulung → höhere Produktivität → mehr Gewinn
KonkurrierendZiele behindern sichUmweltschutzmaßnahmen → höhere Kosten → weniger Gewinn
NeutralZiele haben keine WechselwirkungLogodesign ändern & Recyclingquote erhöhen

Prüfungsbeispiele#

„Ein Unternehmen kauft neue, energieeffiziente Server. Wie verhält sich das Umweltziel zum ökonomischen Ziel?"