Angebotsvergleich & Hardwarebeschaffung

Angebotsvergleich & Hardwarebeschaffung#

Bei der Hardwarebeschaffung werden eingeholte Angebote quantitativ (Bezugspreis) und qualitativ (Nutzwertanalyse) verglichen, um die wirtschaftlichste Lösung zu ermitteln.

Beschaffungsprozess#

flowchart LR
    A["Bedarfsermittlung"] --> B["Anfrage / Ausschreibung"]
    B --> C["Angebote einholen"]
    C --> D["Angebotsvergleich\n(quantitativ + qualitativ)"]
    D --> E["Bestellung"]
    E --> F["Wareneingang\n& Prüfung"]
    F --> G["Rechnung\nbezahlen"]

Quantitativer Angebotsvergleich#

Beim rein rechnerischen Vergleich wird der Bezugspreis (Einstandspreis) ermittelt:

$$\text{Bezugspreis} = \text{Listenpreis} - \text{Rabatt} - \text{Skonto} + \text{Bezugskosten}$$

Beispiel: 5 Server sollen beschafft werden.

Aufwandserfassung & Projektkosten

Aufwandserfassung & Projektkosten#

Die Aufwandserfassung dokumentiert Arbeitsstunden und Kosten in IT-Projekten – Grundlage für die Abrechnung, den Soll-Ist-Vergleich und die Kalkulation künftiger Projekte.

Ablauf#

flowchart LR
    A[Stundenzettel<br/>Zeit erfassen] --> B[Stundensatz<br/>anwenden]
    B --> C[Projektkosten<br/>summieren]
    C --> D[Soll-Ist-Vergleich]
    D --> E[Kalkulation<br/>künftiger Projekte]

Zweck der Aufwandserfassung#

Arbeitsstunden und Kosten werden erfasst, um:

  • Projekte korrekt abzurechnen
  • Den tatsächlichen Aufwand mit der Planung zu vergleichen
  • Zukünftige Projekte besser zu kalkulieren

Stundensatz berechnen#

$$\text{Stundensatz} = \frac{\text{Jahreskosten (Personal + Overhead)}}{\text{produktive Arbeitsstunden pro Jahr}}$$

Produktive Stunden pro Jahr:

Bedarfsanalyse

Bedarfsanalyse#

Die Bedarfsanalyse steht am Anfang des Beschaffungsprozesses. Bevor Angebote eingeholt oder verglichen werden, muss klar sein: Was wird genau benötigt und warum?

flowchart LR
    A[Bedarf\nerkennen] --> B[Bedarfsanalyse\ndurchführen]
    B --> C[Lastenheft\nerstellen]
    C --> D[Angebote\neinholen]
    D --> E[Angebotsvergleich]
    E --> F[Bestellung]

1. Bedarfsarten#

ArtBeschreibungBeispiel
PrimärbedarfDirekt für den Kunden / das Produkt benötigtNotebooks für neue Mitarbeiter
SekundärbedarfAbgeleitet aus dem PrimärbedarfDockingstations, Mäuse, Tastaturen
TertiärbedarfBedarf für BetriebsmittelDruckerpatronen, Reinigungsmaterial
BruttobedarfGesamtbedarf ohne Lagerbestand20 Notebooks
NettobedarfBruttobedarf − vorhandener Lagerbestand20 − 3 = 17 Notebooks bestellen
$$\text{Nettobedarf} = \text{Bruttobedarf} - \text{Lagerbestand}$$

2. Bedarfsermittlungsmethoden#

a) Verbrauchsorientiert (deterministisch)#

Bedarf wird aus historischen Verbrauchsdaten berechnet.

Darlehen & Finanzierung

Darlehen & Finanzierung#

Ein Darlehen ist Fremdkapital, das ein Kreditgeber gegen Zins und Tilgung zur Verfügung stellt. Je nach Darlehensart unterscheiden sich Rate, Zinsanteil und Tilgungsverlauf über die Laufzeit.

Darlehensarten#

ArtMerkmale
AnnuitätendarlehenGleichbleibende Rate (Annuität); Zinsanteil sinkt, Tilgungsanteil steigt
TilgungsdarlehenGleichbleibende Tilgung; Rate sinkt über Zeit
Endfälliges DarlehenNur Zinsen während Laufzeit; Tilgung am Ende komplett

Annuitätendarlehen#

Die Rate (Annuität) bleibt konstant. Der Zinsanteil wird auf den Restschuld berechnet.

Deckungsbeitragsrechnung

Deckungsbeitragsrechnung#

Die Deckungsbeitragsrechnung ist eine Teilkostenrechnung: Es werden nur variable Kosten den Produkten zugerechnet. Fixkosten werden separat behandelt.

Grundprinzip#

flowchart LR
    A["Erlös\n(Umsatz)"] --> B["− variable Kosten"]
    B --> C["= Deckungsbeitrag DB"]
    C --> D["− Fixkosten"]
    D --> E["= Gewinn / Verlust"]

Formeln#

Deckungsbeitrag pro Stück:

$$db = p - k_v$$

Gesamter Deckungsbeitrag:

$$DB = db \cdot x = (p - k_v) \cdot x$$

Gewinn:

$$G = DB - K_{fix}$$

Break-Even-Menge:

$$x_{BEP} = \frac{K_{fix}}{db}$$

Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung#

Wenn mehrere Produkte existieren, werden Fixkosten gestaffelt abgezogen:

Energieeffizienz in der IT

Energieeffizienz in der IT#

Energieeffizienz ist bei der Hardwarebeschaffung ein wichtiges Kriterium – sowohl ökologisch als auch ökonomisch (Betriebskosten / TCO).


TDP – Thermal Design Power#

TDP (Thermal Design Power) gibt an, wie viel Wärme ein Prozessor oder eine GPU unter Volllast maximal erzeugt – und damit, welche Kühlleistung das Kühlsystem mindestens erbringen muss.

Ergonomie am IT-Arbeitsplatz

Ergonomie am IT-Arbeitsplatz#

Ergonomie ist die Wissenschaft der optimalen Anpassung der Arbeitsbedingungen an den Menschen – Ziel ist gesundes, ermüdungsfreies und produktives Arbeiten.

Rechtliche Grundlage: Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) und Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV).


Sitzposition & Körperhaltung#

         Kopf gerade, Augen
         leicht nach unten        ← Bildschirm auf Augenhöhe
              │                      oder leicht darunter
         ┌───┴───┐
         │  90°  │  ← Nacken entspannt
         └───┬───┘
        /    │    \
       /   90°     \  ← Schultern entspannt,
      /      │      \    Ellbogen ~90°
     /   ────┴────   \
    │   Rückenlehne   │  ← Lordose unterstützt
    │   stützt        │
    └────────┬────────┘
             │  90°  ← Hüfte ~90–110°
         ────┴────
        /    │    \
       /   90°     \  ← Knie ~90°
      /      │      \
     ─────────────────  ← Füße flach auf Boden
                           (ggf. Fußstütze)

Maße & Winkel#

KörperteilEmpfehlung
Ellbogen~90°, Unterarme waagerecht auf Tisch/Armstütze
Knie~90°, Oberschenkel waagerecht
Hüfte90–110° (leicht geöffnet = rückenfreundlicher)
Augen → BildschirmAbstand 50–70 cm, Bildschirmoberkante auf/unter Augenhöhe
NackenGerade, kein Vor- oder Rückbeugen

Bildschirm#

KriteriumAnforderung
Abstand50–70 cm zum Auge (mindestens eine Armlänge)
HöheOberkante des Bildschirms auf Augenhöhe oder leicht darunter
NeigungLeicht nach hinten geneigt (0–10°)
AuflösungAusreichend hoch, keine Flimmern
Helligkeit / KontrastAn Umgebungshelligkeit anpassen
ReflexionenKeine direkte Lichtquelle im Blickfeld oder hinter dem Bildschirm
Mehrere MonitoreHauptmonitor gerade vor dem Gesicht, Nebenmonitor seitlich

Beleuchtung#

KriteriumAnforderung
Beleuchtungsstärke500 Lux am Arbeitsplatz (Büro)
LichtquelleSeitlich zum Bildschirm (links oder rechts), nie von vorne oder hinten
TageslichtErwünscht, aber Blend- und Reflexionsschutz beachten
Blendung vermeidenJalousien, matte Bildschirmoberflächen
LichtfarbeNeutralweiß (4.000 K) für konzentriertes Arbeiten
Falsch:                       Richtig:
Fenster hinter dem Monitor    Fenster seitlich (links/rechts)

[Fenster] → [Monitor] → Auge  [Fenster]
Blendung & Reflexion!              │
                               [Monitor] → Auge
                               Kein Gegenlicht

Tastatur & Maus#

GerätAnforderung
TastaturFlach (max. 30 mm hoch), Neigung max. 15°, vor dem Benutzer platziert
Abstand Tastatur-TischkanteMind. 10 cm Handballenablage
MausIn Reichweite, keine Überstreckung des Arms
Ergonomische AlternativenVertikalmaus, Trackball (bei Beschwerden)

Schreibtisch & Stuhl#

ElementAnforderung
TischhöheEinstellbar: 68–76 cm (sitzend), höhenverstellbar bis 120 cm (stehend)
BeinfreiheitMind. 60 cm Breite, 65 cm Tiefe, keine Hindernisse
StuhlhöheSo dass Füße flach auf Boden stehen
RückenlehneLendenwirbelunterstützung (Lordosenstütze), beweglich
ArmlehnenOptional, auf Tischhöhe eingestellt
Steh-Sitz-WechselMindestens 1–2x pro Stunde die Position wechseln

Lärm & Raumklima#

FaktorAnforderung
LärmpegelMax. 55 dB(A) für konzentrierte Büroarbeit
Temperatur20–22 °C (Büro), mind. 20 °C
Luftfeuchtigkeit50–65 % relative Luftfeuchtigkeit
LuftqualitätRegelmäßiges Lüften, keine störenden Gerüche
CO₂-GehaltUnter 1.000 ppm (regelmäßiges Lüften!)

Pausen & Bildschirmarbeit#

Nach der Bildschirmarbeitsverordnung müssen Bildschirmarbeitsplätze regelmäßige Pausen oder Tätigkeitswechsel ermöglichen:

Kalkulation — Vorwärts-, Rückwärts- & Differenzkalkulation

Kalkulation — Vorwärts-, Rückwärts- & Differenzkalkulation#

Die Handelskalkulation berechnet den Verkaufspreis aus dem Einkaufspreis (oder umgekehrt). Es gibt drei Richtungen:

VarianteGegebenGesucht
VorwärtskalkulationEinkaufspreisVerkaufspreis
RückwärtskalkulationVerkaufspreisEinkaufspreis / Bezugspreis
DifferenzkalkulationEinkaufs- UND VerkaufspreisGewinn / ob Geschäft lohnt

Das Kalkulationsschema#

Das Schema gilt für alle drei Varianten — je nach Aufgabenstellung wird eine andere Zeile gesucht:

Listeneinkaufspreis (Katalogpreis des Lieferanten)
− Lieferantenrabatt (%)
─────────────────────────────────────────────
= Zieleinkaufspreis
− Lieferantenskonto (%)
─────────────────────────────────────────────
= Bareinkaufspreis
+ Bezugskosten (Fracht, Verpackung, Zoll)
─────────────────────────────────────────────
= Bezugspreis / Einstandspreis
+ Handlungskosten (Gemeinkosten, in %)
─────────────────────────────────────────────
= Selbstkostenpreis (Kostenbasis)
+ Gewinnaufschlag (%)
─────────────────────────────────────────────
= Barverkaufspreis
+ Kundenskonto (%)           → aufschlagen, da Skonto = Abzug für Kunden
─────────────────────────────────────────────
= Zielverkaufspreis
+ Kundenrabatt (%)           → aufschlagen
─────────────────────────────────────────────
= Listenverkaufspreis (Bruttopreis ohne MwSt.)
+ MwSt. (19 %)
─────────────────────────────────────────────
= Bruttoverkaufspreis (inkl. MwSt.)

Wichtig: Kundenskonto und Kundenrabatt werden aufgeschlagen (nicht abgezogen!), weil der Listenpreis der Ausgangspunkt für den Kunden ist und diese Abzüge der Kunde noch erhält.

Kaufvertrag & Beschaffungsprozess

Kaufvertrag & Beschaffungsprozess#

Der Beschaffungsprozess beschreibt den Weg von der Bedarfsermittlung über Angebotsvergleich und Bestellung bis zum Kaufvertrag – inklusive der rechtlichen Störungen wie Lieferverzug oder Schlechtlieferung.


Der vollständige Beschaffungsprozess#

① Bedarfsermittlung
   └─ Was wird benötigt? Menge, Spezifikation, Budget

② Anfrage / Ausschreibung
   └─ Anfrage an mehrere Lieferanten senden (Lastenheft)

③ Angebote einholen & prüfen
   └─ Quantitativer Vergleich (Bezugspreis)
      Qualitativer Vergleich (Nutzwertanalyse)

④ Lieferant auswählen & Bestellung aufgeben
   └─ Kaufvertrag kommt zustande

⑤ Auftragsbestätigung erhalten
   └─ Lieferant bestätigt die Bestellung

⑥ Wareneingang & Prüfung
   └─ Lieferschein prüfen, Ware kontrollieren

⑦ Rechnung prüfen & bezahlen
   └─ Pflichtangaben prüfen, Skonto nutzen

Belegfluss im Beschaffungsprozess#

SchrittDokumentAusstellerBedeutung
1AnfrageKäufer → LieferantUnverbindliche Bitte um Angebot
2AngebotLieferant → KäuferBindend für den Lieferanten (§ 145 BGB)
3BestellungKäufer → LieferantAntrag auf Abschluss eines Kaufvertrags
4AuftragsbestätigungLieferant → KäuferAnnahme → Kaufvertrag ist geschlossen!
5LieferscheinLieferant → KäuferBegleitdokument der Ware (keine Preise)
6RechnungLieferant → KäuferZahlungsaufforderung (mit Preisen)
7ZahlungsbelegKäufer → LieferantNachweis der Bezahlung

Wichtig: Der Kaufvertrag kommt mit der Auftragsbestätigung zustande (Angebot + Annahme nach § 145 BGB). Alternativ: Bestellung = Angebot des Käufers → Lieferung = stillschweigende Annahme.

Lagerhaltung & Bestandsmanagement

Lagerhaltung & Bestandsmanagement#

Die Lagerhaltung sorgt dafür, dass genügend Material verfügbar ist, ohne unnötig Kapital zu binden. Kennzahlen wie Melde-, Mindest- und Maximalbestand steuern, wann und wie viel nachbestellt wird.

Lagerbestandsarten#

flowchart TD
    A["Maximalbestand\n(obere Grenze — nicht überschreiten)"]
    B["⬇ Verbrauch läuft..."]
    C["Meldebestand / Bestellpunkt\n→ Bestellung auslösen!"]
    D["⬇ Ware verbraucht bis Lieferung ankommt..."]
    E["Mindestbestand / Eiserner Bestand\n(Sicherheitspuffer — nicht unterschreiten)"]
    F["0 — Lager leer (Lieferengpass!)"]
    A --> B --> C --> D --> E --> F

Formeln#

Mindestbestand (Sicherheitsbestand):