DNS, DHCP & ARP

DNS, DHCP & ARP#

DNS, DHCP und ARP lösen im Netzwerkalltag unterschiedliche Aufgaben: DNS übersetzt Domainnamen in IP-Adressen, DHCP vergibt automatisch IP-Konfigurationen, und ARP löst IP- in MAC-Adressen auf.


DNS — Domain Name System#

DNS übersetzt Domainnamen in IP-Adressen (und umgekehrt).

Ohne DNS müsstest du 216.58.213.46 eingeben statt google.com.

Elektrotechnik-Grundlagen

Elektrotechnik-Grundlagen#

Grundlegendes elektrotechnisches Wissen ist Voraussetzung, um PC-Hardware, Netzteile und Stromversorgung (USV, RZ-Verkabelung) zu verstehen und sicher damit zu arbeiten.


Grundgrößen#

GrößeFormelzeichenEinheitBedeutung
SpannungUVolt (V)„Antriebskraft" für den Strom — Potentialdifferenz zwischen zwei Punkten
StromstärkeIAmpere (A)Menge der fließenden Ladung pro Zeit
WiderstandROhm (Ω)Behindert den Stromfluss
LeistungPWatt (W)Umgesetzte Energie pro Zeit

Ohmsches Gesetz#

U = R × I        (Spannung = Widerstand × Strom)

Daraus abgeleitet:

ESD-Schutz & Elektro-Arbeitsschutz

ESD-Schutz & Elektro-Arbeitsschutz#

Bei Hardwarearbeiten drohen zwei unterschiedliche Gefahren: ESD kann Bauteile unbemerkt zerstören, elektrische Spannung kann Personen verletzen. Beide Risiken erfordern eigene Schutzmaßnahmen.


ESD (Electrostatic Discharge)#

Elektronische Bauteile (CPU, RAM, Mainboard) enthalten hochempfindliche Halbleiterstrukturen, die bereits durch wenige hundert Volt statischer Aufladung beschädigt werden können — oft ohne dass der Schaden sofort bemerkt wird (latenter Defekt, Ausfall erst nach Wochen).

Wie entsteht ESD?#

Durch Reibung (z. B. Laufen über Teppich, Kleidung) lädt sich der menschliche Körper elektrostatisch auf. Beim Berühren eines Bauteils entlädt sich diese Spannung schlagartig über die empfindliche Elektronik.

IPv4, IPv6 & Subnetting

IPv4, IPv6 & Subnetting#

IPv4 und IPv6 sind die beiden Adressierungsschemata des Internets; Subnetting teilt ein Netz mittels CIDR-Präfix in kleinere Teilnetze auf, um Adressraum effizient zu nutzen.

IPv4 Grundlagen#

Eine IPv4-Adresse besteht aus 32 Bit, geschrieben als 4 Oktette in Dezimalschreibweise.

$$\underbrace{192}_{8\,Bit}.\underbrace{168}_{8\,Bit}.\underbrace{10}_{8\,Bit}.\underbrace{5}_{8\,Bit}$$

Adressklassen (historisch, heute CIDR):

KlasseBereichStandardmaskeHosts
A1.0.0.0 – 126.255.255.255/8 (255.0.0.0)~16 Mio.
B128.0.0.0 – 191.255.255.255/16 (255.255.0.0)~65.000
C192.0.0.0 – 223.255.255.255/24 (255.255.255.0)254

Private IP-Bereiche (nicht im Internet routbar):

ISO/OSI-Modell

ISO/OSI Modell#

Das ISO/OSI-Modell gliedert die Netzwerkkommunikation in sieben aufeinander aufbauende Schichten, denen jeweils bestimmte Protokolle und Kopplungselemente zugeordnet sind.

Nr.LayerEncapsulation (Verkapselung der Daten)Erklärung
7Application Layer[Data]- Bietet Netzwerkdienste für Anwendungen wie E-Mail oder Dateitransfer.- Eher abstrakt, fließende Grenze zu Layer 6 und 5. Protokolle: HTTP, HTTPS, SMTP, DNS, DHCP. Kopplungselemente: Proxy, Gateway, Content-Switch.
6Presentation Layer[Header][Data]- Übersetzt Datenformate zwischen Netzwerk und Anwendung, z.B. Datenkompression oder Verschlüsselung. - Wandelt Daten in geeignete Formate (z.B. ASCII) um. - Übersetzt zwischen Datenformaten.
5Session Layer[Session][Header][Data]- Verwaltet und synchronisiert den Dialog zwischen zwei Anwendungen. - Sicherung der Verbindung gegen Abbrüche. - Speichert Daten, um nach einem Verbindungsverlust die Sitzung wieder aufzubauen.
4Transport Layer[Transport][Session][Header][Data]- Gewährleistet zuverlässige Datenübertragung. - Segmentierung des Datenstroms, Routingentscheidungen, Datenkapselung. - Protokolle: TCP (verbindungsorientiert: HTTP, SMTP), UDP (verbindungslos: Streaming, VPN, DNS).
3Network Layer[Network][Transport][Session][Header][Data]- Verantwortlich für Routing und Weiterleitung von Datenpaketen. - Logische Adressierung (IPv4, IPv6). Protokolle: ICNP, IGMP, IP, Ipsec, IPX. Kopplungselemente: Layer-3-Switch, Router.
2Data Link Layer[Data Link][Network][Transport][Session][Header][Data]- Sicherstellung fehlerfreier Datenübertragung zwischen direkt verbundenen Geräten. -Physikalische Adressierung durch MAC-Adressen. Protokolle: IEEE 802.3 (Ethernet), IEEE 802.11 (WLAN), Token Ring. Kopplungselemente: Bridge, Wireless Access Point, Switch (arbeitet mit MAC-Adressen, ermöglicht VLANs).
1Physical Layer[BITs]- Überträgt Rohdaten über physische Medien wie Kabel oder Funk. - Bits werden in Signale umgewandelt (elektrisch, optisch, elektromagnetisch).Kopplungselemente: Hub (reine Verteilfunktion, broadcastet).

Der Schichten-Stack visualisiert#

flowchart TB
  L7["7 · Application (HTTP, DNS)"]
  L6["6 · Presentation"]
  L5["5 · Session"]
  L4["4 · Transport (TCP/UDP)"]
  L3["3 · Network (IP)"]
  L2["2 · Data Link (MAC)"]
  L1["1 · Physical (Bits)"]
  L7 --> L6 --> L5 --> L4 --> L3 --> L2 --> L1

Encapsulation — das wachsende Datenpaket#

Auf dem Weg von Schicht 7 nach Schicht 1 packt jede Schicht ihren eigenen Header (Kapselung) um die Daten der Schicht darüber — wie Matroschka-Puppen:

Kühlung: Luft- und Wasserkühlung

Kühlung: Luft- und Wasserkühlung#

CPU und GPU erzeugen im Betrieb Abwärme, die zuverlässig abgeführt werden muss — sonst drosselt die Hardware ihre Leistung (Thermal Throttling) oder nimmt Schaden.


Luftkühlung#

Die häufigste und günstigste Kühlmethode: ein Kühlkörper (meist Aluminium/Kupfer) mit Lüfter leitet Wärme von der CPU/GPU an die Umgebungsluft ab.

┌─────────────┐
│   Lüfter    │  → bläst Luft durch die Kühlrippen
├─────────────┤
│ Kühlrippen  │  → vergrößern die Oberfläche für Wärmeabgabe
├─────────────┤
│ Kühlkörper  │  → Kupfer/Aluminium, direkter Kontakt zur CPU
├─────────────┤
│ Wärmeleitpaste│ → füllt Mikro-Unebenheiten zwischen CPU und Kühlkörper
├─────────────┤
│     CPU     │
└─────────────┘
VorteileNachteile
Günstig, einfache InstallationLauter bei hoher Last
Wartungsarm, keine Leckage-GefahrWeniger effizient bei sehr hoher TDP
LanglebigGrößerer Platzbedarf im Gehäuse

Wasserkühlung (Flüssigkühlung)#

Eine Kühlflüssigkeit transportiert die Wärme von der CPU/GPU zu einem Radiator, der sie mit Lüftern an die Luft abgibt.

Netzwerkdokumentation

Netzwerkdokumentation & Netzwerkplan#

Eine vollständige Netzwerkdokumentation ist Grundlage für Betrieb, Fehlersuche, Erweiterung und Sicherheitskonzept eines Netzwerks.


Physischer vs. Logischer Netzwerkplan#

Physischer NetzwerkplanLogischer Netzwerkplan
ZeigtReale Hardware und VerkabelungIP-Adressen, Netzwerke, VLANs, Protokolle
InhaltGerätestandorte, Kabeltypen, Patchpanels, SwitchportsIP-Adressen, Subnetze, Routing, VLANs, Dienste
ZweckWo steht was? Wie ist es verkabelt?Wie kommunizieren die Geräte?
Erstellt vonNetzwerktechnikerNetzwerkarchitekt
FormatGrundriss / Rack-DiagrammTopologie-Diagramm

Physischer Netzwerkplan#

Zeigt die reale physische Infrastruktur:

Netzwerktopologien

Netzwerktopologien#

Eine Topologie beschreibt die Anordnung und Verbindungsstruktur der Geräte in einem Netzwerk. Man unterscheidet physische Topologie (tatsächliche Verkabelung) und logische Topologie (wie Daten fließen).


Übersicht der Topologien#

TopologieStrukturTypisches Einsatzgebiet
BusAlle Geräte an einem gemeinsamen KabelHistorisch (Koaxial), veraltet
SternAlle Geräte an einem zentralen Switch/HubModernes LAN – Standard heute
RingJedes Gerät mit genau zwei Nachbarn verbundenToken Ring (veraltet), SONET/SDH
Masche (Mesh)Jedes Gerät mit mehreren/allen anderen verbundenWAN, Internet, WLAN-Mesh
BaumHierarchische Stern-in-Stern-StrukturGroße Unternehmensnetze

Bus-Topologie#

Alle Geräte sind an ein gemeinsames Übertragungsmedium (Bus) angeschlossen.

Netzzugriffsverfahren

Netzzugriffsverfahren#

Collision Domain - Gruppe von vernetzten Geräten, die gleichzeitig eine Spannungsspitze erkennen

Ein Netzzugriffsverfahren dient der Steuerung des Zugriffs auf ein Medium.

VerfahrenErklärungFunktionsweiseVorteileNachteile
CSMA/CD (Carrier Sense Multiple Access with Collision Detection)Wird in kabelgebundenen Ethernet-Netzwerken verwendet, um Kollisionen zu erkennen und zu beheben.- Geräte hören den Kanal ab (Carrier Sense).
- Mehrere Geräte können auf denselben Kanal zugreifen (Multiple Access).
- Kollisionen werden erkannt und behoben (Collision Detection).
- Effiziente Nutzung des Kanals bei geringer Auslastung.
- Einfache Implementierung.
- Leistungseinbußen bei hoher Netzwerkauslastung.
- Nicht geeignet für drahtlose Netzwerke.
CSMA/CA (Carrier Sense Multiple Access with Collision Avoidance)Wird in drahtlosen Netzwerken wie WLAN verwendet, um Kollisionen zu vermeiden.- Geräte hören den Kanal ab (Carrier Sense).
- Kollisionen werden vermieden, indem ein Signal gesendet wird, bevor Daten übertragen werden (Collision Avoidance).
- Reduziert die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen.
- Besser geeignet für drahtlose Netzwerke.
- Höherer Overhead durch zusätzliche Signale.
- Kann bei hoher Netzwerkauslastung ineffizient sein.
Token PassingEin spezielles Datenpaket (Token) wird im Netzwerk zirkuliert, und nur das Gerät mit dem Token darf senden.- Das Token wird im Netzwerk weitergegeben.
- Ein Gerät muss auf das Token warten, um Daten zu senden.
- Nach dem Senden wird das Token weitergegeben.
- Keine Kollisionen, da immer nur ein Gerät senden darf.
- Deterministische Leistung, gut für zeitkritische Anwendungen.
- Höhere Latenz bei geringer Netzwerkauslastung.
- Komplexere Implementierung und Verwaltung.

CSMA/CD – Ablauf bei einer Kollision#

flowchart TD
  A[Gerät will senden] --> B{Kanal frei?<br/>Carrier Sense}
  B -- Nein, belegt --> C[Warten]
  C --> B
  B -- Ja --> D[Senden]
  D --> E{Kollision erkannt?}
  E -- Nein --> F[Übertragung erfolgreich]
  E -- Ja --> G[Jam-Signal senden]
  G --> H[Zufällige Wartezeit<br/>Backoff]
  H --> B

CSMA/CA – Vermeidung statt Erkennung#

Da sich Kollisionen im Funkmedium (WLAN) schlecht erkennen lassen, versucht CSMA/CA sie von vornherein zu vermeiden:

PC-Komponenten & Mainboard

PC-Komponenten & Mainboard#

Das Mainboard verbindet alle Komponenten eines Computers über Busse und Schnittstellen miteinander.


Überblick: Zentrale Komponenten#

KomponenteFunktion
CPU (Prozessor)Führt Rechenoperationen aus, „Gehirn" des PCs
MainboardVerbindet alle Komponenten, enthält Chipsatz und Sockel
RAMFlüchtiger Arbeitsspeicher für laufende Programme
ChipsatzSteuert Datenfluss zwischen CPU, RAM und Peripherie
Netzteil (PSU)Wandelt Netzspannung in Betriebsspannungen (12 V, 5 V, 3,3 V)
MassenspeicherHDD/SSD für dauerhafte Datenspeicherung

CPU-Sockel#

Der Sockel bestimmt, welche CPUs auf einem Mainboard verbaut werden können — Sockel und CPU müssen zueinander passen.