Backup-Strategien

Backup-Strategien#

Backups sichern Daten gegen Hardware-Ausfall, versehentliches Löschen und Ransomware. Die drei gängigen Sicherungsarten unterscheiden sich in Speicherbedarf, Dauer und wie aufwendig die Wiederherstellung im Ernstfall ist.

Die drei Backup-Arten#

VollsicherungDifferenzielle SicherungInkrementelle Sicherung
Was wird gesichert?AllesAlles seit letzter VollsicherungAlles seit letzter Sicherung (egal welcher Art)
SpeicherbedarfSehr hochMittel (wächst bis zur nächsten Vollsicherung)Gering
Backup-DauerLangMittelKurz
WiederherstellungsdauerKurz (nur 1 Band)Mittel (Voll + 1 diff.)Lang (Voll + alle inkr.)
Komplexität WiederherstellungEinfachMittelHoch

Ablauf-Beispiel (1 Woche)#

             Mo       Di       Mi       Do       Fr
Vollsicherung: [VOLL]
Differenziell:          [Mo+Di] [Mo-Mi] [Mo-Do] [Mo-Fr]
                         ↑ wächst immer von Mo aus

Inkrementell:           [Di]    [Mi]    [Do]    [Fr]
                         ↑ nur Änderungen seit gestern

Wiederherstellung Freitag:

Cloud Computing

Cloud Computing#

Cloud Computing bezeichnet die bedarfsgerechte Bereitstellung von IT-Ressourcen (Server, Speicher, Software) über das Internet, ohne dass eigene Hardware betrieben werden muss.


1. Service-Modelle (Was wird bereitgestellt?)#

flowchart TD
    S["SaaS — Fertige Anwendung<br/>Nutzer klickt nur<br/>z.B. Microsoft 365, Google Workspace"]
    P["PaaS — Entwicklungsumgebung<br/>Entwickler baut App<br/>z.B. Google App Engine, Heroku"]
    I["IaaS — Infrastruktur<br/>Admin verwaltet Server/Netz<br/>z.B. AWS EC2, Azure VMs, Hetzner Cloud"]
    S --> P --> I

Von SaaS zu IaaS steigt der eigene Verwaltungsaufwand: bei SaaS verwaltet der Anbieter fast alles, bei IaaS übernimmt der Kunde deutlich mehr Eigenverantwortung.

Container & Docker

Container & Docker#

Container sind eine leichtgewichtige Virtualisierungsmethode, bei der Anwendungen mit allen ihren Abhängigkeiten in isolierten Umgebungen auf einem gemeinsamen Betriebssystem-Kernel laufen.


1. Grundprinzip#

┌──────────────────────────────────────────┐
│  Container A  │  Container B  │  Container C  │
│  App + Libs   │  App + Libs   │  App + Libs   │
├──────────────────────────────────────────┤
│         Container-Runtime (Docker)        │
├──────────────────────────────────────────┤
│           Host-Betriebssystem             │
├──────────────────────────────────────────┤
│               Hardware                    │
└──────────────────────────────────────────┘

Container teilen sich den Host-OS-Kernel, aber sind voneinander isoliert. Sie enthalten keine eigenes Betriebssystem (nur Bibliotheken + Anwendung).

DSGVO — Datenschutz-Grundverordnung

DSGVO — Datenschutz-Grundverordnung#

Die DSGVO (EU 2016/679) gilt seit 25. Mai 2018 und regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten in der gesamten EU.

Was sind personenbezogene Daten?#

Alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen.

Beispiele:

  • Name, Adresse, E-Mail, Telefonnummer
  • IP-Adresse, Cookie-IDs, Standortdaten
  • Biometrische Daten, Gesundheitsdaten (besonders schützenswert!)

Keine personenbezogenen Daten: anonymisierte/aggregierte Daten (Person nicht mehr bestimmbar)

Grundsätze der DSGVO (Art. 5)#

flowchart TD
    A["DSGVO\nGrundsätze"] --> B["Rechtmäßigkeit\nVerarbeitung braucht\nRechtsgrundlage"]
    A --> C["Zweckbindung\nNur für festgelegten\nZweck verwenden"]
    A --> D["Datensparsamkeit\nNur nötige Daten\nerheben"]
    A --> E["Richtigkeit\nDaten aktuell\nhalten"]
    A --> F["Speicherbegrenzung\nNicht länger als\nnötig speichern"]
    A --> G["Integrität &\nVertraulichkeit\nTechnische Sicherheit"]
    A --> H["Rechenschaftspflicht\nNachweis der\nEinhaltung"]

Rechtsgrundlagen für Verarbeitung (Art. 6)#

Eine Verarbeitung ist nur legal, wenn mindestens eine dieser Grundlagen vorliegt:

Firewall, DMZ & Netzwerk-Sicherheitszonen

Firewall, DMZ & Netzwerk-Sicherheitszonen#

Eine Firewall kontrolliert den Datenverkehr zwischen Netzwerkbereichen unterschiedlichen Vertrauensniveaus und setzt Sicherheitsrichtlinien technisch durch.


Firewall-Typen#

TypArbeitet auf OSI-SchichtFunktionsweise
PaketfilterSchicht 3/4Prüft IP-Adressen, Ports, Protokoll — zustandslos (jedes Paket einzeln)
Stateful InspectionSchicht 3/4Wie Paketfilter, merkt sich aber den Verbindungszustand (z. B. “gehört zu bestehender Verbindung”)
Application-Layer-Firewall (Proxy)Schicht 7Prüft den Inhalt der Anwendungsdaten (z. B. HTTP-Request selbst), kann z. B. Malware in Downloads erkennen
Next-Generation Firewall (NGFW)Schicht 3–7Kombiniert Paketfilter, Deep Packet Inspection, Intrusion Prevention

Grundprinzip: Deny by Default#

Firewalls arbeiten nach dem Whitelist-Prinzip: Alles wird standardmäßig blockiert, nur explizit erlaubter Verkehr wird durchgelassen.

HDD vs. SSD & IOPS/Performance

HDD vs. SSD & IOPS/Performance#

Die Wahl zwischen HDD (Hard Disk Drive) und SSD (Solid State Drive) betrifft Geschwindigkeit, Preis, Lebensdauer und Einsatzzweck eines Speichersystems.


Funktionsprinzip#

MerkmalHDDSSD
TechnologieMagnetische, rotierende Scheiben + Schreib-/LesekopfFlash-Speicher (NAND), keine beweglichen Teile
Zugriffszeit~ 5–10 ms (mechanische Positionierung)~ 0,1 ms (rein elektronisch)
IOPS (Random 4K)~ 50–150Zehntausende bis Millionen
GeräuschHörbares Rotieren/KlickenLautlos
StoßempfindlichkeitEmpfindlich (bewegte Teile)Robust (keine beweglichen Teile)
Preis pro GBGünstigTeurer (sinkt stetig)
KapazitätSehr hoch (mehrere TB günstig)Hoch, aber teurer pro TB
LebensdauerMechanischer VerschleißBegrenzte Schreibzyklen (TBW-Wert)

IOPS (Input/Output Operations Per Second)#

IOPS misst, wie viele Lese-/Schreibvorgänge ein Speichermedium pro Sekunde verarbeiten kann — besonders relevant bei vielen kleinen, zufälligen Zugriffen (z. B. Datenbank-Server), im Gegensatz zum reinen Durchsatz (MB/s) bei großen, sequentiellen Dateien.

Hypervisor-Typen

Hypervisor-Typen#

Ein Hypervisor (auch: Virtual Machine Monitor, VMM) ist die Software, die virtuelle Maschinen (VMs) verwaltet und Hardwareressourcen (CPU, RAM, Speicher, Netz) zwischen ihnen aufteilt.


1. Grundprinzip der Virtualisierung#

flowchart TD
    HW[Hardware\nCPU / RAM / Speicher] --> HV[Hypervisor]
    HV --> VM1[Virtuelle Maschine 1\nWindows Server]
    HV --> VM2[Virtuelle Maschine 2\nUbuntu Linux]
    HV --> VM3[Virtuelle Maschine 3\nDebian]

Jede VM verhält sich wie ein eigenständiger physischer Rechner, hat ein eigenes Betriebssystem und sieht „virtuelle Hardware".

Malware-Typen

Malware-Typen#

Malware (Malicious Software) ist Oberbegriff für alle Arten schädlicher Software, die IT-Systeme angreift, ausspäht oder sabotiert.

Malware-Übersicht#

TypVerbreitungMerkmaleBeispiele
VirusBenötigt Wirtsprogramm – versteckt sich in DateienAktiviert sich erst beim Starten der WirtsdateiDatei-Viren, Makroviren (Word/Excel)
WurmSelbstständig – kein Wirtsprogramm nötigVerbreitet sich automatisch über NetzwerkeWannaCry, ILOVEYOU
TrojanerTarnt sich als nützliche SoftwareKeine Selbstverbreitung, öffnet HintertürFake-Software, infizierte Downloads
RansomwareMeist per E-Mail / Drive-by-DownloadVerschlüsselt Daten, fordert LösegeldWannaCry, Locky, Petya
SpywareGebündelt mit anderer SoftwareSammelt heimlich Daten (Tastatureingaben, Passwörter)Keylogger, Adware
RootkitTiefes Eindringen ins SystemVerbirgt sich vor dem Betriebssystem, schwer zu entfernenTDSS, Necurs
BotnetFerngesteuert vom AngreiferInfizierte Geräte werden zu „Zombies" für DDoS, SpamMirai, Emotet

Malware-Taxonomie#

flowchart TD
  M[Malware] --> V[Virus<br/>braucht Wirtsprogramm]
  M --> W[Wurm<br/>selbstständig]
  M --> T[Trojaner<br/>tarnt sich]
  M --> R[Ransomware<br/>verschlüsselt + erpresst]
  M --> S[Spyware<br/>spioniert]
  M --> RK[Rootkit<br/>versteckt sich vor OS]
  M --> B[Botnet<br/>ferngesteuerte Zombies]

Social Engineering#

Angriffe, die Menschen statt Technik manipulieren:

RAID-Verfahren

RAID-Verfahren#

RAID (Redundant Array of Independent Disks) kombiniert mehrere Festplatten zu einem logischen Laufwerk – für Geschwindigkeit, Redundanz oder beides.

RAID-Übersicht#

RAID 0RAID 1RAID 5RAID 10
BezeichnungStripingMirroringStriping + ParitätMirroring + Striping
Mindest-Disks2234
Nutzbarer Speichern × Diskn/2 × Disk(n−1) × Diskn/2 × Disk
AusfalltoleranzKeine1 Disk1 Disk1 Disk/Paar
LesegeschwindigkeitSehr hochHochMittelHoch
SchreibgeschwindigkeitSehr hochMittelMittel (Paritätsberechnung)Mittel
EinsatzTemporäre Daten, Video-EditingBetriebssystem, kritische DatenDateiserver, DatenbankenHochverfügbarkeit

Berechnungsbeispiele#

RAID 0 – 4 × 2 TB:

SAN & NAS — Netzwerkspeicher

SAN & NAS — Netzwerkspeicher#

Netzwerkspeicher ermöglicht es, Datenspeicher vom Server zu trennen und zentral bereitzustellen. Es gibt drei grundlegende Architekturen:


1. Überblick: DAS, NAS und SAN#

DASNASSAN
NameDirect Attached StorageNetwork Attached StorageStorage Area Network
AnbindungDirekt am Server (USB, SATA, SAS)Über LAN (TCP/IP)Über eigenes Speichernetz (FC, iSCSI)
ZugriffBlock-Level (direkt)Datei-Level (SMB, NFS)Block-Level (wie lokale Festplatte)
FreigabeNur für diesen ServerMehrere Server und ClientsMehrere Server
KostenGeringMittelHoch
Typischer EinsatzEinzelner WorkstationDateiserver, HeimnetzRechenzentren, Virtualisierung

2. NAS — Network Attached Storage#

Das NAS ist ein eigenständiges Gerät im Netzwerk, das Dateien über Netzwerkprotokolle bereitstellt.