Ablauf eines Systemintegrationsprojekts

Ablauf eines Systemintegrationsprojekts#

Ein Systemintegrationsprojekt bringt IT-Komponenten unterschiedlicher Herkunft (Hardware, Software, Netzwerk) beim Kunden zu einer funktionierenden Gesamtlösung zusammen. Anders als das allgemeine Projektphasenmodell ist der Ablauf hier stark kundenbezogen: Vor-Ort-Termine, individuelle Ist-Aufnahme und eine enge Abstimmung mit dem Auftraggeber prägen jede Phase.

Die Phasen im Überblick#

flowchart TD
    A["1. Anforderungsanalyse /\nIst-Aufnahme vor Ort"] --> B["2. Konzepterstellung /\nLösungsvarianten"]
    B --> C["3. Angebotserstellung"]
    C --> D["4. Umsetzung /\nInstallation"]
    D --> E["5. Test / Abnahme"]
    E --> F["6. Übergabe"]

1. Anforderungsanalyse / Ist-Aufnahme#

Der Techniker verschafft sich vor Ort beim Kunden einen Überblick über die bestehende Infrastruktur (Ist-Zustand), erhebt Anforderungen im direkten Gespräch mit den Fachabteilungen und hält die Ergebnisse fest — meist im Lastenheft. Diese Phase ist das Fundament des gesamten Projekts: Fehler oder Lücken in der Ist-Aufnahme wirken sich auf alle folgenden Phasen aus und sind dort nur mit deutlich höherem Aufwand zu korrigieren.

Lastenheft & Pflichtenheft

Lastenheft & Pflichtenheft#

In Systemintegrationsprojekten mit externem Kunden ist die saubere Trennung zwischen Kundenanforderung und technischer Lösung vertraglich entscheidend. Das Lastenheft hält fest, was der Kunde braucht, das Pflichtenheft beschreibt, wie der Auftragnehmer das umsetzt — beide Dokumente sind nach DIN 69901 definierte Bestandteile des Projektmanagements. Für die einfache Beschaffung einzelner Geräte reicht meist ein kurzer Abgleich (siehe bedarfsanalyse); bei einem größeren Systemintegrationsprojekt bilden Lasten- und Pflichtenheft dagegen die formale Vertragsgrundlage für das gesamte Vorhaben.